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New Work in der Praxis: 5 Wege, wie Sie moderne Arbeitsmodelle umsetzen können

„New Work“ ist spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie das Buzzword der Stunde. Die ganze Unternehmenswelt spricht davon, viele wollen es adaptieren, doch nur die wenigsten wissen, wie es sich praktisch umsetzen lässt. Mit einem Obstkorb im Büro und zwei Tagen Homeoffice wird die Zukunft der Arbeit jedoch definitiv nicht eingeläutet. Ungesteuert kann die neu gewonnene Freiheit in der Arbeitsroutine auch leicht zu unerwünschten Resultaten führen: Entfremdung unter den Mitarbeitenden und Chaos in den Abläufen. Um moderne Arbeitsmodelle erfolgreich in der Praxis nutzen zu können, sollte man zunächst einen Blick auf die Kernideen hinter dem Begriff „New Work“ werfen.

Was ist „New Work“ eigentlich?

Der Begriff „New Work“ ist nicht etwa eine zeitgenössische Idee aus dem Silicon Valley, sondern wurde bereits in den 1970er-Jahren durch den Sozialphilosophen Frithjof Bergmann entwickelt. Die Grundidee ist einfach: Arbeit soll dem Menschen dienen und nicht umgekehrt, d. h. die Gesellschaft sollte sich abkehren vom Gedanken „Arbeit als Mittel zum Zweck“ und hin zur „Arbeit als Selbstverwirklichung“. Zum Erreichen dieses Ziels müssen gewisse essenzielle Werte vermittelt und in der Unternehmenskultur adaptiert werden:

  • Selbstständigkeit bei der Wahl der Aufgaben 
  • Freiheit in der Gestaltung der Projekte 
  • Teilhabe an der Gemeinschaft am Arbeitsplatz 

In diesem Beitrag wollen wir Ihnen fünf Wege vorstellen, mit denen sich diese theoretischen Ansätze in handfeste Managementstrategien umsetzen lassen.

1. Sinnhaftigkeit als Katalysator der Performance

Nach Bergmann soll Arbeit „das sein, was der Mensch wirklich, wirklich will“. Um diesen Punkt zu erreichen, müssen Mitarbeitende zunächst einmal wissen, warum sie einer bestimmten Aufgabe nachgehen. Oder kurz: Sie müssen Motivation durch Sinnhaftigkeit entwickeln. Ohne dieses Element sinkt die emotionale Bindung zum Getanen und damit gleichzeitig zum Unternehmen selbst. Die Bedeutsamkeit dieses Faktors beleuchtet auch der Gallup Engagement Index von 2021, nach welchem sich die Identifikation von Mitarbeitenden zu ihrem Unternehmen auf einem Tiefstand befindet.

Die Strategie:

  • Storytelling: Konzentrieren Sie sich nicht nur auf das „Was“ oder „Wie“ bei der Vermittlung von Aufgaben, sondern gehen Sie auch konkret auf das „Wozu“ ein. Wenn Ihren Mitarbeitern klar ist, warum sie einer Aufgabe nachgehen, steigert dies den Ansporn zum erfolgreichen Abschluss des Projekts.
  • Kommunikation: Ein Arbeitsprozess kann für Sie persönlich Sinn ergeben, doch nicht zwingend für alle Mitarbeitenden. Erfragen Sie daher regelmäßiges Feedback: „Ist diese Aufgabe sinnvoll für euch?“, „Wie lässt sich der Prozess sinnvoller umsetzen?“. Erst durch Klarheit über die notwendigen Abläufe können Mitarbeitende konkrete Verantwortung übernehmen.

2. Autonomie statt Micromanagement

Selbstbestimmung ist eines der essenziellen menschlichen Grundbedürfnisse. Das besagt auch die Self-Determination Theory der Psychologen Deci & Ryan. Als Faktor in der Arbeitswelt kann Autonomie zu verstärkter Motivation und Produktivität führen. Mitarbeitende, die für sich selbst entscheiden können, wann und wie sie einer Aufgabe nachgehen, sind zusätzlich weniger stressanfällig. Für eine funktionierende Umsetzung reicht es allerdings nicht aus, Ihre Mitarbeitenden einfach ins Homeoffice zu schicken. Viel eher ist der Verzicht auf Kontrolle, spezifisch Micromanagement, entscheidend für den Erfolg. Diesen Managementstil nennt man auch „Agile Führung“. (Verlinkung zukünftiger Blogbeitrag)

Die Strategie:

  • Das Ergebnis zählt: Grundsätzlich sollte es egal sein, wann und wo die notwendige Arbeit erledigt wird. Das einzig Wichtige ist das finale Ergebnis. Solange Deadlines eingehalten werden und die Qualität der Arbeit stimmt, sollten Sie Ihren Mitarbeitenden freie Hand bei der Umsetzung lassen.
  • Vermeidung von „Schein-Autonomie“: Mittlerweile gibt es zahlreiche Mittel und Wege, um Mitarbeitenden auch im Homeoffice über die Schulter zu schauen. Der Einsatz von digitalen Tools zur Überwachung kann hilfreich sein, allerdings sollten Sie darauf verzichten, wirklich jeden virtuellen Schritt Ihrer Remote-Mitarbeitenden zu kontrollieren.

3. Das Büro als Gemeinschaftsort

„New Work“ ist untrennbar mit dem Konzept des Homeoffice verbunden. Wenn man also die eigene Arbeit autonom und von überall erledigen kann, wozu braucht es dann überhaupt noch ein Büro? Professorin Tsedal Neeley (Harvard Business School) beschreibt in ihrem Buch „Remote Work Revolution“ die negativen Auswirkungen sozialer Isolation. Nicht nur auf persönlicher Ebene kann dies zu psychischer Belastung führen, sondern auch im Hinblick auf Unternehmensstrukturen zeigen sich Symptome: Innovation und fortschrittliches Denken werden meistens durch ungeplante Begegnungen und kreative Reibung gefördert und eher selten durch durchstrukturierte Zoom-Meetings. In modernen Arbeitsmodellen muss das Büro also zum Ort der Begegnung werden, dem sozialen Anker des Betriebs.

Die Strategie:

  • Ort für kreativen Austausch: Wenn die „Day-to-Day“-Arbeit Ihres Unternehmens größtenteils remote erledigt werden kann, sollten Sie bewusste Anlässe für physische Zusammentreffen schaffen. Wichtige Entscheidungsprozesse sollten in Person besprochen werden. Das inkludiert Workshops, Brainstorming-Meetings oder Konfliktlösungsgespräche.
  • Teamdynamik stärken: Ein gemeinsames Teambuilding-Event ist die ideale Möglichkeit, um physische Interaktion und teaminternes Socializing zu fördern. Bei unserem Team-Parcours (https://www.teamio.de/teamevents-firmenevents/team-parcours/) arbeiten Ihre Kolleginnen und Kollegen gemeinsam an der Lösung von Problemen und schaffen positive Momente, die auch nach der Rückkehr ins Homeoffice langfristig in Erinnerung bleiben.

4. Streben nach Weiterentwicklung

Wir alle haben ein inhärentes Verlangen danach, uns weiterzuentwickeln, Kompetenzen zu meistern und uns neue Fähigkeiten zu erschließen. Daniel Pink nennt dies in seinem Buch „Drive“ den Wunsch nach „Mastery“ und identifiziert diesen als zentralen Faktor der Motivation. Im Kontext von „New Work“ heißt das konkret: Sie müssen Ihren Mitarbeitenden die Chance geben zu lernen und ihren Horizont zu erweitern.

Die Strategie:

  • Lernkultur etablieren: Das Konzept New Work beinhaltet auch die Lossagung von fixen Berufsbeschreibungen. Mitarbeitende müssen sich in neue Richtungen entwickeln dürfen. Besonders wichtig dabei ist die Normalisierung von Fehlern, denn Neues lernen heißt auch immer scheitern. Hier ist entscheidend, dass man gemeinsam aus Rückschlägen „Learnings“ zieht.
  • Gamification: Oft ist es hilfreich, beim Vermitteln neuer Lernprozesse auf starren Frontalunterricht zu verzichten. Besonders bei wichtigen Soft Skills, d. h. Kommunikation, Teamwork oder kreativem Denken, empfiehlt sich ein spielerischer Ansatz. Bei einem Live Escape Game oder unserer Kreativ-Werkstatt werden sowohl soziale Skills gefördert als auch die Teamdynamik gestärkt.

5. Asynchrone Kommunikation

„Dieses Meeting hätte auch eine E-Mail sein können.“ Diesen Satz haben sich die allermeisten Angestellten wahrscheinlich schon häufiger gedacht. Besonders in der hybriden Arbeitswelt tappen Unternehmen und Führungskräfte häufig in diese Falle. Der Microsoft Work Trend Index bestätigt dies: Seit der Zeit der Pandemie ist die Länge von Meetings und die dafür veranschlagte Arbeitszeit massiv gestiegen – auf Kosten der Produktivität versteht sich.

Die Strategie:

  • Zeitversetzt statt gleichzeitig: Trennen Sie zwischen asynchroner und synchroner Kommunikation. Abstimmungen, Status-Updates oder Aufgabenzuweisungen gehören in ein gemeinsames Dokument oder Projekt-Tool. Solange Ihre Mitarbeitenden diese im Blick haben, ersparen Sie sich unnötige Zeit in Gruppencalls.
  • Meetings für Wichtiges: Synchrone Kommunikation sollten Sie sich für die Dinge aufheben, die wirklich entscheidend sind, i. e. strategische Gespräche, kreative Ideenfindung, zwischenmenschlicher Austausch. Also alles das, was Diskussion und Emotionen erfordert.

Fazit: New Work entsteht durch die Vermittlung von Werten

Bei der Integration moderner Arbeitsmodelle geht es im Kern um den Wandel Ihrer Unternehmenskultur und die Vermittlung neuer Werte an die Mitarbeitenden. Kontrolle weicht Vertrauen; To-do-Listen werden durch Selbstständigkeit ersetzt. Diese Veränderungen können in der Umsetzung schwierig sein, aber sich schlussendlich als lohnend herausstellen. Sie wollen eine Umgebung schaffen, in der Ihre Mitarbeitenden nicht nur arbeiten müssen, sondern arbeiten wollen. Gesteigerte Zufriedenheit, Innovation und Wir-Gefühl werden damit zu Ihrem Wettbewerbsvorteil im Jahr 2026.

Mann trägt Teamio-Hoodie und Kappe, lächelt.

Johannes Dietrich

Johannes ist Mitbegründer und Co-Geschäftsführer von teamio und bringt als Diplom-Eventmanager und Veranstaltungskaufmann langjährige Erfahrung in der Eventplanung mit.

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