Floß Bau - Teamevent

Vertrauen als Wachstumsmotor: 5 durchdachte Strategien auf dem Weg zum High-Performance-Team

Was entscheidet über Erfolg und Misserfolg in einem Unternehmen? Führungskräfte machen häufig den (verständlichen) Fehler, sich ausschließlich auf harte Zahlen und eindeutig kalkulierbare Faktoren zu konzentrieren. Das gilt sowohl für die Strategieplanung als auch für das Personalmanagement. Schwer greifbare „Soft Skills“ wie Vertrauen und Kooperationsfähigkeit werden in ihrer Bedeutung oft in die zweite Reihe degradiert. Dabei ist das Fehlen dieser Elemente bei Mitarbeitenden ein ausschlaggebender Katalysator für wirtschaftliche Stagnation.

Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: Fehlendes Vertrauen führt zu verstärkter Kontrolle, Bürokratie und Absicherung. Das Ergebnis: Sinkende Geschwindigkeit und steigende Kosten. Das Etablieren von Vertrauenskultur im Unternehmenskontext passiert niemals über Nacht. Viel eher ist es ein kontinuierlicher Prozess, basierend auf offener Kommunikation und aktiven Maßnahmen Ihrerseits. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen fünf Strategien vor, die das Vertrauen im Team spürbar steigern können. Bei konsequenter Umsetzung führen diese zu messbarer Optimierung in den Abläufen Ihres Unternehmens.

1. Sicherheit durch Fehlerkultur

In Googles langjähriger Studie zur Erforschung von Team-Effektivität „Project Aristotle“ stellte sich heraus, dass für erfolgreiche Zusammenarbeit nichts wichtiger ist als der Faktor „Psychologische Sicherheit“ (Psychological Safety). Das Konzept beschreibt einen mentalen Zustand, bei dem sich Mitarbeitende in Ihrem Arbeitsumfeld sicher fühlen und keine Angst davor haben, Fehler zu machen. Stattdessen sind sie dazu ermutigt, diese zuzugeben und daraus zu lernen. Wer persönliche Rückschläge fürchtet, geht weniger Risiken ein und schmälert so die Weiterentwicklung wichtiger Kompetenzen.

Die Strategie: Feiern Sie in gemeinsamen Team-Meetings nicht nur Ihre Erfolge. Nutzen Sie die Zeit auch für den offenen Austausch über Fehler. Das sollte natürlich nicht von oben herab geschehen. Es wird nicht über die Fehler der anderen geredet und gewertet, sondern über die eigenen. Dabei sollten Führungskräfte immer den ersten Schritt machen: Welche konkreten Fehler habe ich in der letzten Zeit gemacht und welche Learnings habe ich daraus gezogen?

Der Effekt: Wenn Fehlerkultur von Entscheidungsträgern vorgelebt wird, signalisiert dies Sicherheit für alle Mitarbeitenden. Niemand ist perfekt, weshalb erst ein offener Umgang mit Problemen zu effektiven Lösungen führen kann.

2. Arbeitsweisen kennenlernen

Wie gut kennen Sie Ihre Mitarbeitenden? Nicht zwingend auf persönlicher Ebene, sondern in Bezug auf ihre individuellen Arbeitsabläufe. In dieser Hinsicht haben Personen teils gravierend unterschiedliche Herangehensweisen, Problemlösungsstrategien und Arbeitsmuster. Was für den einen Mitarbeitenden tägliche Routine ist, kann für den anderen komplett befremdlich sein. So kommt es schnell zu Missverständnissen und Frustration, obwohl beide Arbeitsweisen zum erwünschten Ziel führen.

Die Strategie: Fördern Sie gegenseitiges Verständnis durch das Kennenlernen individueller Arbeitsweisen. Dafür beantwortet jeder Mitarbeitende (inklusive Führungskräfte) eine kurze Auflistung essenzieller Fragen zum persönlichen Arbeitsstil:

  • Wann am Tag fühle ich mich am konzentriertesten?
  • Was sind meine größten Stressfaktoren?
  • Was ist meine Vorstellung von konstruktivem Feedback?
  • Wie strukturiere ich meine täglichen Arbeitsprozesse?

Der Effekt: Auch wenn Ihre Mitarbeitenden weiterhin die eigene Herangehensweise präferieren, schafft ein offener Austausch darüber Nachvollziehbarkeit. Wenn man versteht, warum jemand etwas anders macht als man selbst, verschwindet das Unverständnis und macht Platz für Vertrauen.

3. Vertrauen durch Autonomie

Vertrauen schenken heißt auch immer Kontrolle abgeben. Das gilt nicht nur bei der bloßen Umsetzung von vordefinierten Projekten, sondern auch für die Gestaltung der jeweiligen Aufgabenbereiche. Hier kommt das Konzept des Job Craftings ins Spiel: Demnach sind Mitarbeitende besonders motiviert, wenn sie Mitspracherecht über die eigenen Tätigkeitsfelder haben. Auch Aufgaben außerhalb der strikten Jobbeschreibung sollten von Ihren Mitarbeitenden bearbeitet werden dürfen, wenn sie sich selbst dafür geeignet fühlen.

Die Strategie: Aufgabenverteilung und Spezialisierung gibt es aus guten Gründen. Allerdings sollten Sie Ihren Mitarbeitenden ausreichend Freiraum zur individuellen Entfaltung geben. Gewisse Kernaufgaben sind klar vordefiniert, doch beispielsweise 10–20 % der Arbeitszeit kann für selbstgewählte Projekte genutzt werden.

Der Effekt: Größeres Vertrauen in Ihre Mitarbeitenden führt automatisch zu höherem Verantwortungsbewusstsein, was wiederum die Identifikation mit der eigenen Arbeit und damit dem Unternehmen stärkt.

4. Alle im selben Boot (beim Teamevent)

Echtes Vertrauen in die Mitmenschen zeigt sich meistens erst in der Praxis. Wenn es ernst wird, besinnen wir uns nicht auf Phrasen oder abgedroschene Metaphern, sondern auf bereits gemachte Erfahrungen in Ausnahmesituationen. Wer sich schon in der Vergangenheit auf sein Team verlassen konnte, wird dies auch in Zukunft tun. Solche Stresstests am Arbeitsplatz wünscht man sich tatsächlich eher selten, doch als gemeinsames Erlebnis, in Form eines Teamevents, können diese die teaminterne Dynamik nachhaltig stärken.

Die Strategie: Beim Floßbau-Event konstruierten mehrere Teams aus verschiedenen Utensilien einen (hoffentlich) schwimmfähigen Untersatz. Nach der Bootstaufe geht es dann ins Wasser, wo sich bei der finalen Regatta nichts mehr geschenkt wird. Die perfekte Mischung aus Kooperation und spielerischem Wettkampf.

Der Effekt: Hier ist die Fallhöhe groß genug, um bei allen Teilnehmenden den Puls gehörig hochzutreiben, ohne dabei jemals in den Stresszustand einer echten Ausnahmesituation versetzt zu werden. Trotzdem: Das Vertrauen muss echt sein, denn wenn die Knotentechnik der Kollegen fehlerhaft ist, wird es wohl oder übel nass.

Ein häufiges Missverständnis: „Teambuilding muss immer harmonisch sein.“ Unsere Erfahrung zeigt: Vertrauen im Team entsteht oft erst durch konstruktive Reibung. Zeitdruck, geregelter Stress und spielerische Konkurrenz schweißen zusammen und bereiten Ihr Team dafür vor, wenn es beim nächsten Projekt hektisch wird.

5. Mit Empathie zum echten Team werden

Wer jemandem Vertrauen schenkt, öffnet sich zwangsweise auch der eigenen Verletzlichkeit. Im Arbeitskontext wird diese Eigenschaft oft als unvorteilhaft, sogar unprofessionell abgestempelt. So entwickelt sich eine Unternehmenskultur, die auf rein oberflächlicher Zwischenmenschlichkeit basiert. Allerdings beinhaltet Professionalität nicht zwingend das komplette Abschotten der eigenen Innenwelt am Arbeitsplatz, sondern eher den respektvollen und empathischen Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen.

Die Strategie: Es gibt viele Gründe, warum sich nicht jeder im Unternehmen auf persönlicher Ebene kennt: Vielleicht ist Ihr Team noch relativ neu, agiert von verschiedenen Standorten aus oder ist schlichtweg zu groß, um dies zu ermöglichen. Es reichen allerdings schon ein paar selektive Informationen über die jeweils andere Person, um die gegenseitige Empathie im Team zu stärken. Die „Personal Histories Exercise“ von Patrick Lencioni beschränkt sich auf drei einfache Fragen, die beim nächsten Meeting nacheinander beantwortet werden:

  • Wo sind Sie aufgewachsen?
  • Wie viele Geschwister haben Sie und sind diese älter oder jünger?
  • Was war eine einzigartige oder schwierige Herausforderung in Ihrer Kindheit?

Der Effekt: Die Fragen sind persönlich, aber nicht zu persönlich und lassen genug Spielraum für unterschiedliche Abstufungen der Verletzlichkeit / Offenheit. In der Regel erklären wir unser eigenes Verhalten und persönliches Scheitern häufiger durch externe Umstände als das unserer Mitmenschen. Diese Übung gibt Teilnehmenden die Möglichkeit, diese Tendenz auf Dauer zu umgehen. Das Resultat: Gestärktes Verständnis und besseres Arbeitsklima.

Fazit: Vertrauen ist Investition ins eigene Unternehmen

In diesem Beitrag haben wir wohl eindeutig dargelegt, wie wichtig es ist, Vertrauen im Team aufzubauen. Es führt zu schnellerer Kommunikation, gesteigertem Verantwortungsbewusstsein und besserer Team-Dynamik, also zu entscheidenden Faktoren fürs fortschrittliche Arbeiten in Ihrem Unternehmen. Dies lässt sich durch kurze Aussprachen, einfache Übungen oder erlebnisreiche Teamaktivitäten in die Realität umsetzen.

Wir helfen Ihnen und Ihrem Team gerne dabei, das gegenseitige Vertrauen in der Praxis zu optimieren. Kontaktieren Sie uns jetzt, und Sie erhalten ein unverbindliches Angebot für Ihr nächstes Teamevent.

Mann trägt Teamio-Hoodie und Kappe, lächelt.

Johannes Dietrich

Johannes ist Mitbegründer und Co-Geschäftsführer von teamio und bringt als Diplom-Eventmanager und Veranstaltungskaufmann langjährige Erfahrung in der Eventplanung mit.

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